Samstag, 12. August 2017

Lecker in Mülheim: Landhaus Höppeler

Versprochen war Donnerstag, aber jetzt endlich der Bericht über unser schönes Essen im Ruhrtal.
Das Motto hier im Landhaus Höppeler könnte lauten "Alles mit Pü" oder aber auch "Alles ohne Rree", denn überall, wo die leckere Kartoffelbeilage im Menü erwähnt wurde, bekam man nur die erste Silbe (siehe Karte unten), doch das muss man wohl als Mülheimer Marotte abtun.
An der Hauptstraße gelegen (anders geht es dort an der Ruhr auch nicht wirklich) liegt das unscheinbares, beinahe "gut-bürgerlich" im negativen Sinne wirkende Landhaus. Innen merkt man jedoch die feine Hand der Besitzer, einen klassisch eleganten Ort herzurichten, an dem sich der Gast gern den kulinarischen Genüssen hingibt.
Das gute Händchen bleibt auch bei der Karte erhalten: eine von Hand geschriebene, aber Gott sei Dank und im Gegensatz zu manch pseudo hippem Bistro gut leserliche Standardkarte und die Tageskarte auf einem Teller (!). Coole Idee. Die Gerichte sind allesamt richtig schön ehrlich. Kein Schäumchen, kein US-Beef, sondern saisonale, regionale Zutaten, fein aufeinander abgestimmt und (wie man hinterher merken konnte) perfekt zubereitet. Als Gruß aus der Küche kam ein Entenparfait auf Sellerie, Möhre und Gurke mit einem süßen Chutney - lecker. Selbstgemachtes Brot als Begleitung mit zweierlei Aufstrichen ergänzte noch einmal super. Gerade der Pilzaufstrich hat es uns angetan, intensiv, aber nicht aufdringlich.



An der Vorspeise (Kalbstatar und Kalbsterrine mit Melone und Salat) war nur die Terrine ein wenig Kühlschrank-kalt. Die verschiedenen Sößchen von fruchtig bis kräuterig waren ausgezeichnet zu beiden Gerichten von Kalb.


Klassischer Hauptgang: Die Bauernente. Knusprig, saftig, tiefe kräftige Soße, selbst die zunächst etwas unpassend scheinende Polenta fügte sich mit feinen Orangen- und Rosmarinaromen gut ein. Vielleicht war nur vom Kolrabigemüse etwas viel auf dem Teller, aber wer will sich darüber schon beschweren.


Beim Dessert allerdings wurde es etwas zu klassisch. Belgische Waffeln oder Rote Grütze und eingekauftes Eis können heute niemanden mehr begeistern. Dazu trat jede einzelne Süßigkeit mit 9,50€  zu Gute, was etwas übertrieben schien.

Insgesamt ein toller Abend! Im Landhaus Höppeler gibt es GUT-bürgerliche, ehrliche Küche. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen.

Beste Grüße
Guten Hunger





Donnerstag, 3. August 2017

Nicht ganz leichtes Sommeressen


Wir haben ja meistens Lust auf Kochen, wir empfinden es nicht als Last oder Pflicht. Die Anzahl unserer Mensabesuche geht gegen null. Doch auch wir haben manchmal nicht alles für ein fertig gedachtes Gericht im Haus und dann am besten auch noch keine Zeit zum Einkaufen.
Das alles war kürzlich wieder der Fall. Da gab es nur eine Lösung: kreativ werden! Diese Lösung geht bei Zeiten auch schief, aber der Hunger treibts rein. Die letzte Idee jedoch war so gut, dass wir sie euch hier vorstellen möchten.

Zutaten:
Stielkotelett (nicht zu dünn), Blumenkohl, Pellkartoffeln, Rucola, Basilikum,  Senf, Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, Zucker, Garam Massala


Zubereitung:
Wir haben ja noch gar nicht verraten was es wird! Kotelett mit zweierlei sommerlichen Salaten, nämlich von Blumenkohl und Kartoffel mit Rucola.
Die Pellkartoffeln (am besten vom Vortag) schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Blumenkohl in Röschen teilen und blanchieren. Währenddessen das Kotelett scharf anbraten und dann in Backofen und zubereiten wie alles Kurzgebratene.

Auch Schwein kann man natürlich medium essen, vielleicht etwas garer als Rind, aber nichts geht über ein zart rosa Kotelett. 
Gar nicht geht medium natürlich mit Hähnchen!!

Sobald der Kohl weicher, aber noch bissfest ist, abgießen und abschrecken und etwas abkühlen lassen. Rucola und Basilikum grob schneiden (Übrigens nicht Basilikum Rucola 1:1, eher so eine Hand voll Salat: zwei drei Blättern Kraut, aber wie immer nach Geschmack!). Erst, wenn das Fleisch fertig ist und in Alufolie ruht, die Salate mischen, d.h. einfach Essig und Öl, Salz, Pfeffer, Zucker und Garam Massala über den Kohl geben, die Kartoffeln mit dem Rucola und dem Basilikum mischen und ebenfalls eine Soße mit Essig, Öl und Senf herstellen. Zum Fleisch dann den gleichen Senf- das macht das Gericht rund.


Hinterher haben wir festgestellt, dass diese Gericht nicht nur eine ganz gute Notlösung ist, sondern auch eine gelungene Kombi für den nächsten Grillabend sein könnte.

Wie immer
Guten Hunger!


Mittwoch, 14. Juni 2017

Frankfurt: Kleinmarkthalle

Die Kleinmarkthalle - in zugegebenermaßen nicht dem besten Wetter
Bei unserem ersten Besuch in Frankfurt haben wir gleich ein Juwel entdeckt. Auf dem Weg vom Zeil zur Paulskirche schlenderten wir über den Liebfrauenberg und sahen in einer Ecke graues Betongebäude, an dem sich allerdings Massen an Menschen auf einer Terrasse sammelten und offensichtlich Wein tranken. Das war natürlich ein Auslöser für uns, dort mal näher nachzusehen und es stellte sich heraus, das es sich hierbei um einen Weinhandel an einer Markthalle, genauer der Kleinmarkthalle, handelte.

Markthallen gibt es ja relativ viele, z.B. die in Budapest ist riesig und eigentlich überhaupt nicht mehr zu überblicken. Außerdem gab es da jetzt auch nichts wirklich Besonderes.


Die Kleinmarkthalle, wie der Name schon andeutet, ist jedoch kleiner. Händler dort reichen reichen von traditionellen Frankfurter Metzgern (bei denen es übrigens auch in der Auslage Innereien wie Kutteln gab!) über Italiener mit Süßem und selbstgemachten Nudeln bis zu einem Japaner, wo es gleichzeitig Sushi und die passenden (leider nicht ganz günstigen Messer) zu erwerben gibt.


Unten kann man zwar auch schon Kleinigkeiten essen, wie eben Sushi, Kaffee mit Kuchen oder Tapas, aber das eigentliche Highlight sind die Läden auf der Galerie. Einerseits kann man hier die (schon wieder coole) 50er Jahre Atmosphäre und Architektur der Halle ganz aufsaugen, andererseits erwarten den Besucher hier Lokale, die auch größere Gerichte anbieten. Ein Fischhändler mit beindruckender Auslage bereitet gleichzeitig auch Nudelgerichte mit Meeresfrüchten zu und beim Italiener gibts von Panini bis Cannoli alles, was das Herz begehrt. Für flüssige kulinarische Genüsse ist mit besagtem Weinstand oder mit Oransoda ebenfalls gesorgt.


Ein kleines Paradies also... Gott sei Dank wohnen wir nicht dort, sonst würden wir jeden Tag in der Kleinmarkthalle und ganz schnell pleite sein.

Beste Grüße
und vollste Empfehlung bei einem Besuch in Frankfurt!

Mittwoch, 31. Mai 2017

Street Food Festival Duisburg

Anfang Mai strömten Massen an kulinarischen Neugierigen in den Landschaftspark Duisburg Nord. Wieder einmal fand in dieser beeindruckenden Kulisse ein Street Food Festival statt. Für uns war es der zweite Besuch.
Aussicht vom Hochofen

Letztes Jahr gab es einige herausragende Angebote, vor allem die Spareribs von Big Hug Barbecue waren genial, aber nun zu diesem Jahr und der Reihe nach.
Getränke: Bei Fritz gab es leider nur Standardsorten, weder Melone noch Kaffee war mitgebracht worden - langweilig. Das Bierlager war super: großes Angebot und der Stramme Max (IPA) passte herrlich zum sonnigen Wetter. Schvarz Kaffee bot allerhand an gutem Kaffee. Die Pappbecher schmälerten den Genuss, aber das geht wohl nicht anders. Dort konnte man auch kreative Sachen bekommen, wie Cold-Brew mit Tonic-Water. Schmeckte uns jetzt nicht, aber coole Idee.

Cold Brew Tonic

Essen: Bacon Bomb gab es! Fiese Kombination, schmeckt nicht, ist dem Niveau von Pizza mit Hollondaise- Soße ähnlich. Ein Stand mit Panini: Tomate mit Mozzarella war mit diesem viereckigen geschmacklosen Käse belegt und die Soße wirkte wie verdünntes Pesto. Das trockene Brötchen mit in Dijon-Senf badendem, wahrscheinlich weil so trockenem, Roast-Beef hätte man sich auch sparen können. Das Tofino aus Essen bietet eigentlich kreative und leckere Burger, doch dieser war trocken laff und das Pattie irgendwie etwas klein, ungewöhnlich... Ein äthiopischer Stand bot Fleisch mit Reis, was ganz in Ordnung war, aber eben auch nur Fleisch in Soße mit Reis. Insgesamt konnte einen der Eindruck befallen, dass es hier standardmäßige Take-Away- Food, von koreanisch bis israelisch, jedoch ohne jeden kreative Einfluss (halt Fleisch mit Reis)  und außerdem amerikanisches Fast-Food, das sich auch nicht durch hohe Qualität, geschweige denn Liebe bei der Zubereitung auszeichnete, gab. Fast hätten wir es geschafft den Anbieter der frittierten Schokoriegel (und eigentlich alles frittiert) zu verdrängen, aber nun: ja witzig, war vor ein paar Jahren mal in der Boulevard-Presse, dass die Schotten das machen, aber die haben ja auch genügend Whisky zum vergessen.

Pannino Tomate Mozzarella

Pannino Roastbeef

Burger Tofino


Gute Seiten: Vielleicht hat man schon gemerkt, wir sind enttäuscht worden. Allerdings fanden sich auch zwei gute (Köche will man gar nicht sagen) Anbieter: top Pulled Pork, zart, gute nicht zu einheitsbreimäßige Soße und sogar ein leckeres Brötchen. Und die Zimtschnecken waren sehr lecker, auch wenn es zwischendurch enorme Produktionsschwierigkeiten gab...

Zimtschnecke mit Espresso

Street Food Festival Duisburg 2017 war also teuer, teilweise nur maximal durchschnittlich und eben echt nicht lecker. Entweder haben lieblose Kapitalisten das Business als gewinnbringend gesehen, es gekapert und andere verdrängt, oder Imbissbudenbesitzer haben als Einnahmequelle einen Food Truck entdeckt...

Einschränkend sei natürlich noch zu erwähnen, dass wir nicht alle Stände besucht haben und es bei einigen (Tofino!) einfach gerade nur schlecht gelaufen ist, aber zu Punkt 1: betrachten wir es als Stichprobe; zu Punkt 2: eigentlich ist das unprofessionell.

Beste Grüße
und hoffentlich besseren Hunger